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(Heidrun Sprenger, Ilka Schwarz, Torsten Jäger)

(Die Rede der Bürgemeisterin Frau Sprenger)

Meine sehr geehrten Damen und Herren,

liebe Einwohner der Gemeinde Demen,

sehr geehrte Gäste,

ich darf Sie heute alle recht herzlich zur Einweihung unseres neuen Gemeindehauses begrüßen.

Ganz besonders freue ich mich darüber, dass auch Einwohner der Ortsteile Venzkow, Kobande und Buerbeck den Weg nach Demen gefunden haben.

Herzlich willkommen.

Ich begrüße weiter vor allem auch all jene, die unentgeltlich am Bau geholfen haben sowie diejenigen, die uns finanziell und materiell unterstützt haben.

Hervorheben möchte ich da

- die Arztpraxen Dr. Michaela Scholz und Dr. Hans-Jürgen Schwarz

- die Unternehmensgruppe Bröring, Herr Rainer Dullweber

- unseren Malermeister Rene Müller

- und Herrn Wolfgang Riedel

Selbstverständlich freuen wir uns, dass auch Vertreter der Presse anwesend sind.

Meine sehr geehrten Damen und Herren,

dass wir uns hier am heutigen Feiertag – dem 30. Jahrestag der deutschen Einheit zusammenfinden war nicht geplant, ist jetzt nach einer kurzen Verlängerung der Bauphase aber auch kein Zufall mehr. Wir haben dieses Ereignis ganz bewusst für den heutigen Tag der Offenen Tür und damit für die Einweihung dieses Gebäudes gewählt.

Als ich 1990 mit meiner Familie nach Demen kam, da hatte Demen nicht ganz 2000 Einwohner. Im Dorf wurde wenig später das Baugebiet Am Demener Bach erschlossen. Im Ziolkowskiring waren alle Wohnblöcke noch voller Menschen, es gab 2 Schulen, einen Bäcker, einen Friseur, einen Arzt und Zahnarzt und neben einer Kaufhalle im Dorf sogar einen zweiten Einkaufsladen.

Demen bekam später noch eine neue Dorfstraße und ein modernes Abwassernetz.

Mit der Schließung der Warnow Kaserne verstärkte sich jedoch neben dem spürbaren Verlust von Einwohnern auch eine Entwicklung, mit der sich das gesellschaftliche Leben in dieser Gemeinde insgesamt stark und negativ zu verändern begann.

Die Schulen wurden geschlossen, der Ziolkowskiring verkümmerte und aus der Kaserne wurde ein gemischtes Industrie- und Gewerbegebiet. Schon früh gab es keine Kaufhalle mehr und ein paar Jahre später auch keinen Laden mehr im Dorf.

Junge Menschen zogen weg, aus Begegnungen bei Frau Kruse wurden etwas überspitzt gesagt, zunehmend solche im Arztwartezimmer und in der Kirche. Unzufriedenheit und Streit darüber, wie es weitergehen sollte, breiteten sich aus.

Die Menschen im Dorf, die fühlten sich von dieser Entwicklung überrollt und waren ratlos in der Frage, was man dem entgegensetzen könnte.

Die Kommunalpolitik kümmerte sich wohl um die Entwicklung des Gewerbegebietes, die Zukunft der Menschen in dieser Gemeinde, die Gemeinschaft, die geriet jedoch langsam und beständig aus dem Blickwinkel.

Persönlich erschüttert war ich dann, als ich das erste Mal unsere Senioren hier in der Alten Dorfschule besuchte und zur Kenntnis nehmen musste, dass unsere Älteren nicht einmal eine Toilette und Wasser hatten.

Es gab 2013 sogar Gemeindevertreter die ernsthaft meinten, man könne diese alten geschichtsträchtigen und unter Denkmalschutz stehenden Gebäude aus Kostengründen besser dem Abriss preisgeben.

Noch eine Begegnungsstätte weniger hätte das für uns bedeutet.

Eine Gemeinde kann aber ohne Gemeinschaft nicht existieren und sie kann sich auch nicht entwickeln. Gemeinschaft und Gemeinsinn, leben von der Begegnung der Einwohner.

Die Gemeinde Demen stand 2014 kurz vor der Aufgabe ihrer Eigenständigkeit, so weit war es bereits gekommen.

Doch die Wählergruppe Demen und ich, wir waren 2014 nicht angetreten, um die Gemeinde Demen abzuwickeln.

Wir machten uns selbstbewusst an die Arbeit und hatten Erfolg. Die Kasse stimmte plötzlich wieder und es gab auch beträchtliche Rücklagen.

Mit vielen Ideen unserer Bürger als Programm, gelang es uns schließlich Fördermitteltöpfe zu öffnen und Fördermittelgeber für die Projekte zu gewinnen.

So gelang es uns insbesondere, über das StALU WM in das Programm der Flurneuordnung aufgenommen zu werden und uns darüber Fördermittel der EU und des Landes für die ländliche Entwicklung zu erschließen.

Besonders unterstützt hat uns über die gesamte Zeit Frau Winkelmann vom StALU WM. Beim Richtfest im Dezember 2019 konnte sie noch dabei sein, dann ist sie jedoch verstorben und kann unseren heutigen Tag und die Fertigstellung leider nicht mehr mit uns erleben.

Die Entwicklung dieses Gemeindezentrums begann mit der Einrichtung unseres Dorfladens und danach konnten wir im Rahmen der Sanierung der "Alten Dorfschule" endlich auch unseren Senioren wieder einen angemessenen Ort der Begegnung schaffen.

Mit der Flurneuordnung bot sich die einmalige Gelegenheit, mit Eigenmitteln der Gemeinde und ohne Aufnahme von Krediten, bei einer ca. 70 % igen Förderung, diesen Platz im Herzen unseres Dorfes zu entwickeln und im Rahmen der Dorferneuerung ein sogenanntes multiples Haus zu errichten. Multiples Haus, das bedeutet die Mehrfachnutzung der vorhandenen Räume.

Die verwendeten Eigenmittel und Rücklagen sind auf diese Weise keine Mitgift für eine völlig unnötige Gemeindefusion geworden, sie sind eine nachhaltige Investition in die Zukunft und Eigenständigkeit der Gemeinde Demen.

Als die Gemeindevertretung 2018 den Grundsatzbeschluss fasste, mit dem versprochenen Votum der Jugendhilfeplanung des Landkreises entweder eine neue KITA zu errichten oder ohne dieses Votum ein multiples Haus, da wurde der Weg bereitet für die Errichtung dieses neuen Hauses, zu dessen Einweihung Sie heute gekommen sind.

Die KITA in das Dorf holen, das haben wir dennoch nicht aufgegeben. Wir halten auch weiter an dieser Aufgabe fest und es gibt bereits erste konkrete Schritte das auf andere Weise doch noch umzusetzen.

Dieses Haus hier aber, beherbergt nun neben Räumen für eine Arztpraxis, einem Mehrzwecksaal für Versammlungen, Veranstaltungen jeglicher Art und Feierlichkeiten sowie für mobiles Handwerk, ( wie Friseur, Kosmetik und Fußpflege ), eine kleine Küche, einen Raum für unsere Jugend und Vereine, unsere Bibliothek und auch unsere Dorfchronik.

An dieser Stelle sei mir der ausdrückliche Hinweis gestattet, dass unser Dr. Schwarz noch nicht beabsichtigt in den verdienten Ruhestand zu gehen, wir aber auch trotzdem schon heute in die Zukunft schauen müssen.

Andererseits, nur eine sorgsam gepflegte Erinnerungskultur hilft uns Wissen über unsere Entwicklung als Gemeinde zu bewahren. Wir bewahren deshalb mit unserem Neubau und in diesem Gebäudekomplex auch Altbewährtes, Traditionelles und Denkmalgeschütztes – vereint mit modernster Technik und einem zeitgemäßen Dienstleistungsangebot für alle unsere Bürger.

Dieses Gemeindezentrum Demen ist mit seinen Gebäuden, dem Bewegungspark und diesem Haus hier mehr als nur ein Dach über dem Kopf, es ist eine neue Begegnungsstätte und soll künftig der würdevolle Dreh- und Angelpunkt des gemeindlichen Lebens sein.

Mit diesem neuen Dorfzentrum wird es uns sicher gelingen, die Wohn- und Lebensqualität in unserer Gemeinde zu steigern und auch künftig für Jung und Alt eine attraktive und moderne Wohnsiedlung zu sein.

Nach 30 Jahren deutscher Einheit wird in Demen nicht gejammert, es wird angepackt und nach vorn geschaut. Auch dafür stehen wir heute hier und zusammen wieder als Gemeinschaft.

An dieser Stelle möchte ich neben dem Architektenbüro Albers und seiner Mitarbeiterin Janine Mac Gabhan, die hier als Janine Neugebauer aufgewachsen und wieder aus Irland zurückgekehrt ist, auch den Mitarbeitern des Amtes, insbesondere Frau Dobbertin für ihre Unterstützung herzlich danken.

Mein besonderer Dank auch allen Handwerkern, die am Bau beteiligt waren, darunter viele aus der Region und nicht wenige und auch Auszubildende aus unserer Gemeinde.

Meine sehr geehrten Damen und Herren,

ich hoffe sehr und wünsche, dass unser neues Gemeindehaus und Gemeindezentrum seinem Namen gerecht wird und sich zu einer Stätte der Begegnung, der Freude und des friedlichen Miteinanders von Jung und Alt entwickeln wird.

Tag der Offenen Tür bedeutet deshalb nicht - heute geöffnet und morgen wieder vergessen.

Das bedeutet vielmehr, dass ab heute diese Türen für alle unsere Bürger täglich weit geöffnet sind.

Egal ob für Familienfeiern, Koch- und Fotozirkel, Kino, Bücher ausleihen, Vereinssitzungen und als Jugendtreff oder für die künftigen Sprechstunden der Bürgermeister.

Vielen Dank

 

 

So hat es früher ausgesehen.