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Hörermeinung zum Rundfunkbeitrag bei Radio NDR 1 vom 05.08.2015    (Jörg Sprenger 06.08.2015)

Sehr geehrter Herr Naedler,

da ich selbst ja auch die Gelegenheit hatte, Ihren Beitrag zu hören dazu folgende Anmerkungen:

Ich hätte mir persönlich von einem Rundfunkbeitrag über die Situation in einem Dorf, 1 Jahr nach der Kommunalwahl mehr als indirekte Stimmungsmache zugunsten der betreffenden Unternehmen und deren Vertreter in der Gemeindevertretung erwartet.

Nicht wegen der Äußerungen und der Art und Weise der durchaus nicht ungeschickten Präsentation von nur zwei Leuten, aber man hätte vielleicht etwas Hintergrundrecherche betreiben können, wenn man ein objektives Bild von Demen, ein Jahr nach der Wahl zeichnen möchte.

Auch die Gemeindevertretersitzung war für Demener Verhältnisse weniger als schlecht besucht. Daraus und wie die Einwohnerfragestunde ablief etwas abzuleiten, ist schon sehr gewagt und abenteuerlich.

Sie sollten bei objektivem Interesse mal prüfen, wo die Hände, die nach Auffasssung von Herrn Einbeck die Gemeinde (aber natürlich auch ihn) füttern, ihren Sitz haben und nur ganz allgemein damit verbunden, inwieweit derartige Umstände Auswirkungen auf Gewerbesteuern haben, d.h. wohin diese fließen. Dazu dann noch, seit wann, bzw. wie lange bereits vor der Wahl der jetzigen Gemeindevertretung, die Firmensitzverlegungen erfolgt sind. Das diese Dinge Demen gewollt nicht voranbringen, liegt wohl auf der Hand.

Andererseits natürlich können Sie gern und sollten das auch, alle Aussagen der Bürgermeisterin mal auf den Prüfstand stellen. Der Laden wird demnächst öffnen, die Badeanstalt funktioniert mit Toiletten usw.. Viel hat sich erkennbar getan. Man muss es nur sehen wollen.

Herr Naedler, ich wundere mich, dass kann Ihnen doch alles unmöglich neu sein, so oft, wie Sie bereits an Gemeindevertretersitzungen in Demen teilgenommen haben.

Wenn Herr Einbeck sich als Gemeindevertreter für die Fütterung fremder Hände hergibt, wovon zumindest die interessierten Bürger Demens Kenntnis haben, dann nur zu. Ein Mehr an Unglaubwürdigkeit lässt sich medial wahrlich nicht verbreiten.

Dann könnten Sie Herrn Einbeck ggf. auch noch fragen, seit wann er davon Kenntnis hatte und aus welchen Gründen er jedenfalls bereit war und ist, nichts zu unternehmen, um die Einnahmensituation in Demen wieder zu verbessern. Das überlässt er dann doch lieber der Fraktion der Freien Wähler und der Linken.

Hätten Sie sich für die 750 - Jahrfeier interessiert, dann hätte Ihnen selbst als Nichteinwohner der Gemeinde unmöglich die Menge und Vielfalt des Engagements der Bürger der Gemeinde und vor allem der Zusammenhalt und die Unterstützung der Mehrheit in der Gemeindevertretung durch die Bürger entgehen können.

Aber auch, dass gerade diejenigen zu deren Gunsten Sie letztlich jetzt in der Form berichten, nichts dazu beigetragen haben. Herr Höfer, Herr Schwarz und Herr Egge waren nicht mal zu sehen bei den Festveranstaltungen. Meinen Sie nun auch, dass die Demener das nicht bemerkt- oder schon wieder vergessen haben?

Gespalten ist das Dorf lediglich in Dorf und ein paar Unverbesserliche aus dem Ziolkowskiring oder mit Schwerpunkt im Ziolkowskiring aus beruflichen Gründen. Das hatte aber schon Ursachen, die noch aus der Zeit der DDR stammen und die jetzt aktuell durch das Verhalten Weniger nicht gerade abgeschwächt werden.

Nach der Wahl ist das Dorf zusammengerückt, es tut sich wieder was. Vor allem junge Leute und Unternehmer, die nicht im Ziokolwskiring unternehmerisch tätig sind, engagieren sich außergewöhnlich für diese Gemeinde. Aber auch Ältere und Alteingesessene, von denen man lange nichts gehört und gesehen hat.

Was Herr Einbeck oder andere "Oppositionsvertreter" tatsächlich so bewirken in dieser Gemeindevertretung, davon haben sich die im Übrigen sonst recht rege an Gemeindevertretersitzungen teilnehmenden Bürger bereits jetzt ausreichend lange ein eigenes Bild machen können.

Man kann Herrn Einbeck insoweit zu seiner subjektiven Selbstreflektion nur beglückwünschen und darüber hinaus auch, dass er ein Medieninteresse gefunden hat, das diese Darstellung auch noch so (subjektiv eingefärbt) transportiert.

Ich denke von daher, dass der organisierte Zweck ein schönes Eigentor darstellt und der Beitrag außer bei Nichteinwohnern Demens nur ein müdes Lächeln verursacht hat, da man sie ja kennt, die "Pappenheimer" in Demen. Die Bürgermeisterin hat letztlich, im Gegensatz zu Herrn Einbeck unvorbereitet, auch was dazu sagen können, immerhin, was die ganze Sache nicht ganz so plump macht.

Da ich Sie für einen intelligenten Menschen halte, sollten Sie vielleicht mal darüber nachdenken, ob man sich selbst mit derart unrecherchierten, schmalspurigen journalistischen Beiträgen und deshalb auch durchschaubarer organisierter Parteinahme einen Gefallen tut.

Sie möchten doch auch von den Demenern, mit denen Sie nicht sprechen um alles auf breitere Füße zu stellen, ernst genommen werden.

Es gibt gegenwärtig genug "Zweckjournalismus" wie ich es nenne. Die Leute sind aber nicht dumm. Das sollte man nie vergessen oder ignorieren. Ist schon erstaunlich, was selbst für das kleine Demen so alles aus gelenktem Interesse aufgeboten wird.

Herr Naedler, ich erwarte keine Antwort und auch keine Diskussion. Das ist lediglich meine ganz persönliche Meinung zu Ihrem Beitrag und wenn der Stil so bleibt, dann freue ich mich bereits jetzt auf Ihren nächsten.

Hilfreicher Beistand für die Opposition sieht anders aus und ich möchte lediglich, dass Sie wissen, dass der untaugliche Versuch durchaus bemerkt worden ist, nicht nur von mir.

Mit freundlichen Grüßen

Jörg Sprenger