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Einwohnerversammlung am 17.11.2015           (18.11.2015)

Demen also doch Standort für die Unterbringung von Flüchtlingen !

Bürger Demens, Gemeindevertreter und selbst die Bürgermeisterin haben sich nicht um die Unterbringung bemüht!

Das wissen wir nun endlich alle aus dem Munde des Landkreisvertreters und auch diejenigen, die hier anderes vermutet- oder sogar unter Berufung auf die Meinungsfreiheit unterstellt haben, obgleich der Werdegang bereits in aller Ausführlichkeit berichtet wurde. Selbst hartnäckigste Nachfragen konnten an diesen Tatsachen nichts ändern.

Was wir nicht wirklich wissen ist jedoch, was den Landkreis nun plötzlich dazu bewogen hat, den zunächst konsequenten Ausschluss der Gemeinde Demen als Standort für eine dezentrale Unterbringung genauso konsequent zu revidieren.

Das es irgendwann knapp werden würde mit der Unterbringung im Landkreis, das war doch bei den Zahlen der Zugänge absehbar.

Doch es soll ja nun nicht nur untergebracht werden in Demen. Nein es geht nach den Ausführungen des Vertreters des Landkreises auch um Integration.

Maßgebliches Ausschlussmerkmal von Demen als Standort für den Landkreis war doch aber einmal die mangelhafte, ja nicht vorhandene Infrastruktur. Die hat sich in Demen bekanntlich nicht geändert. Keine Schule, noch keine Einkaufsmöglichkeit, eine sanierungsbedürftige KITA am Rande und die Badesteganlage, die es dringend zu erneuern gilt. Nicht mal für die Senioren in der alten Dorfschule war mehr als die Planungsphase drin.

Doch der Landkreis setzt auf die Bürger. In 48 Stunden erfolgt so eine Verteilung, irgendwann auch nach Demen. Und dann – macht mal – wir setzen auf die Einwohner der Gemeinde Demen. Integration heißt die Aufgabe, die nun zu gestalten ist.

Die Demener haben auch auf den Landkreis gesetzt. Es liegen einige Fördermittelanträge vor, um die Infrastruktur zu entwickeln, den Badesteg zu sanieren und die KITA vom Rand in den Dorfkern zu verlagern. Wir brauchen dringend einen weiteren Gemeindearbeiter. Bislang alles keine Priorität. Priorität für den Landkreis hatte bislang nur ein möglichst ausgeglichener Haushalt.

Integration ins Nichts also oder bloß Unterbringung von jungen Männern mit Wartezeiten auf die Asylentscheidung und irgendwann auch Frust ?

Was ist mit der Sicherheit für die Bürger, aber auch für die Asylbewerber?

Wachschutz ? – Nein, nicht vorgesehen. Demener - wir setzen auf Euch.

Kleinere Gemeinden wie Demen mit ca. 850 Einwohnern setzen aber auch auf Unterstützung über die Schlüsselzuweisungen hinaus.

Wer nicht vorher gefragt wird, ob 850 Einwohner etwa 110 männliche Asylbewerber verkraften können oder wollen, der hat einen Anspruch darauf, mit den begründeten Fördermittelanträgen auch ernst genommen zu werden, um damit elementare Grundvoraussetzungen für eine Integration auch schaffen zu können.

Die Demener haben auch Anspruch auf größtmögliche Sicherheit. Den Anspruch haben die Mütter die morgens und abends mit ihren Kindern zur KITA fahren, die Kinder in den Schulbussen, die Frauen, die in der KITA arbeiten und auch die Frauen, die noch in der Nacht schon zur Firma UWM in die Küche müssen.

Sicherheit bedeutet auch Prävention. Die jetzt schnellstmögliche Verlegung der KITA in das Dorf wäre eine solche Maßnahme, die weitgehende Sicherheit ermöglicht und vorbeugend wirken kann.

Zugegeben – die Ängste sind diffus. Es ist ja noch niemand da und passiert ist erst recht noch nichts. Doch man hat eben hier und da schon etwas gehört und die Demener fragen das alles bereits nach und möchten ernst genommen werden, noch zumal wenn sie ohne jede Vorbereitung von der beabsichtigten Unterbringung überrascht werden, wenn nicht einmal die Gemeindevertretung oder die Bürgermeisterin sich vorbereiten können.

Eine bloße Wohnunterbringung von überwiegend jungen Männern ohne Frauen bringt irgendwann Probleme. In einem Dorf ohne Infrastruktur, ausreichende Verkehrsanbindungen und Freizeitmöglichkeiten würde eine solche Unterbringung auch für deutsche junge Männer irgendwann ein Problem werden.

Die Demener möchten auch wissen, wen sie integrieren sollen. Sind die Identitäten, d.h. ist die Herkunft tatsächlich festgestellt? Sind es Flüchtlinge vor den Wirren eines fürchterlichen Krieges oder handelt es sich bei einigen möglicherweise auch um „Fronturlauber“ irgendwelcher Terrormilizen? Diese Frage wurde nicht beantwortet.

Bereitschaft zur Integration setzt ein gewisses Maß an Vertrauen voraus, wer hier integriert werden soll und kann.

Doch das nur, wenn der Landkreis sich auch der Probleme der Demener annimmt und die Gemeinde unterstützt wo es möglich und erforderlich ist.

Einladungen aussprechen und dann die Gäste ungefragt an die Verwandten zu verteilen – ja ihnen aufzuerlegen sich auch noch selbst um die Getränke und Verpflegung ausschließlich auf eigene Kosten zu kümmern - das genügt nicht. Hier ist solidarisches Verhalten aller gefragt und gefordert.

Wo es Mittel für Gäste gibt, da muss es auch Mittel für die Gastgeber geben. Nur wer hat, der ist auch bereit zu geben. Abgesehen von der nicht vorhandenen Infrastruktur - es gibt auch Einwohner in Demen, denen das gegenwärtig sehr schwer fällt. Das darf bei allem nicht vergessen werden.

Die Erwartung - die Gemeindevertretung hat sich hier zusammenzuraufen und gegenüber dem Landkreis mit einer Stimme zu sprechen. Die üblichen Plänkeleien der Opposition mit Verfahrensfragen helfen da nicht weiter. Vielleicht können sie ihre Klientel mit den guten Verbindungen zum Landkreis ja mal dazu bewegen, hier für die Gemeinde und damit für uns alle ein gutes Wort einzulegen.

Bedauerlich, dass die Einwohnerversammlung für unseren Einwohner und sonst keine Gelegenheit zur öffentlichen Wahrnehmung auslassenden ehemaligen Bürgermeister und Landtagsabgeordneten der SPD, Herrn Thomas Schwarz kein Anlass gewesen ist, vielleicht aus seiner Sicht mal ein paar Worte an die Bürger zu richten.

Vielleicht hat ja der sehr gelungene Dokumentarfilm zur 750-Jahrfeier ein wenig nachdenklich gemacht und die Demener an den stets vorhandenen Gemeinsinn erinnert.

Nicht an die hier damals aufgenommenen Flüchtlinge des 2. Weltkriegs, die mit denen von heute aus einem anderen Kulturkreis und mit einer anderen Religion, nicht verglichen werden können.

Wir sind kein zerstrittenes Dorf und deshalb in der Lage auch diese, uns von anderen auferlegte Herausforderung mit Verantwortung, Mitmenschlichkeit, christlicher Nächstenliebe und Anstand anzunehmen.

Wir werden aber auch alle anderen Beteiligten an ihre (Mit-)Verantwortung zu erinnern haben, die Vermieter eingeschlossen.

Von unseren Gästen erwarten wir die Respektierung unserer Kultur und unserer Gesetze. Wir erwarten die Achtung unserer Religion oder Nichtreligiösität sowie die Achtung der Stellung der Frauen in unserer Gesellschaft.